Einführung in den Kurs
Gab es in deinem Leben Zeiten, in denen wahnsinnig viel los war und du trotzdem alles geschafft hast – und es sich leicht angefühlt hat? Und gab es auch Zeiten, in denen objektiv gerade nicht viel los war, und trotzdem hat sich jede Anforderung schwer wie ein Stein angefühlt?
Was genau macht den Unterschied in diesen Zeiten?
Schauen wir uns das an folgendem Satz genauer an:
„Ich glaube, dass ich die an mich gestellten Anforderungen gut erfüllen kann.”
Wenn du diesen Satz aus vollem Herzen so aussprechen kannst, dann hast du gerade keinen dich belastenden Stress! Aber mal ganz ehrlich… wir alle erleben Stress. Wir erleben ihn jedoch nicht gleich, da wir Anforderungen unterschiedlich erleben, fangen wir doch mit der ersten Frage an:
Was ist Stress eigentlich?
Jeder kennt Stress und weiß, wie er sich anfühlt. Der Versuch, den Begriff einheitlich zu definieren, ist jedoch gar nicht so einfach. Im psychologischen Sinn wird im Allgemeinen dann von Stress gesprochen, „wenn ein Ungleichgewicht zwischen den Anforderungen der Umgebung und den Reaktionskapazitäten der Person besteht” (Faltermaier, 2017, S. 89).
Stell dir vor, du trägst einen Rucksack. Jede Anforderung, die an dich gestellt wird, ist ein Stein, den du hineinlegst. Wie schwer sich dieser Rucksack anfühlt, hängt aber nicht nur von der Anzahl und dem Gewicht der Steine ab, sondern vor allem davon, wie kräftig du gerade bist – also welche Ressourcen dir zur Verfügung stehen, um die Last zu tragen. Sind deine Kräfte gut gefüllt, trägst du auch einen vollen Rucksack noch mit Leichtigkeit. Sind deine Kräfte erschöpft, wird schon ein einzelner Stein zur Last. Im Laufe dieses Kurses werden wir Stück für Stück mehr darüber entdecken, was diese Kräfte stärkt – und was den Rucksack unnötig schwer macht.
Genau das erklärt auch, warum ich von belastendem Stress spreche. Denn Stress ist nämlich nicht gleich Stress. In der Forschung unterscheiden wir zwischen zwei Arten:
Eustress ist der positive, anspornende Stress. Du kennst ihn vielleicht von aufregenden Momenten – kurz bevor eine Präsentation beginnt, an deinem ersten Arbeitstag oder wenn du eine sportliche Herausforderung meisterst. Dein Körper schüttet zwar auch hier Stresshormone aus, aber du fühlst dich energiegeladen, fokussiert und lebendig. Der Stein liegt zwar im Rucksack – aber deine Kräfte tragen ihn mühelos mit.
Disstress dagegen ist der Stress, der uns belastet und auf Dauer krank machen kann. Er entsteht, wenn die Steine zu schwer werden – wenn die Anforderungen größer erscheinen als die Kräfte, die dir gerade zur Verfügung stehen. Genau das ist der Unterschied zu unserem Ausgangssatz: Bei Eustress kannst du sagen „Ich schaffe das”, bei Disstress fehlt dir genau dieses Vertrauen in dich selbst.
Die gute Nachricht: Wie schwer sich ein Stein anfühlt, hängt nicht nur vom Stein selbst ab, sondern maßgeblich davon, wie du ihn bewertest und wie gut gefüllt deine Kräfte gerade sind. Und genau hier setzen wir in diesem Kurs an.
Stressbewältigung ist wie Krafttraining – nur dass wir hier nicht unsere Muskeln, sondern unsere „Psychomuckis” trainieren. Und wie beim Krafttraining gilt auch hier: Mit jeder Übung wirst du ein Stückchen stärker.
Also, lass uns gemeinsam beginnen!
